Die Heizungsinstallation
Vor allem Neubauer haben die Qual der Wahl, wenn es um die Wärmequellen im Haus geht: Flächenheizung, Heizkörper oder Kachelofen? Strahlungswärme oder Konvektion? Oder vielleicht eine Kombination?
Fragen, die Sie nicht erst entscheiden sollten, wenn der Rohbau steht, denn wenn Sie sich beispielsweise für eine Fußbodenheizung interessieren, muss dies in der Planung der Geschosshöhen berücksichtigt werden.
Oder sind Sie gar Allergiker? Dann empfiehlt sich generell der Einbau einer Flächenheizung, denn so genannte Konvektionsheizsysteme wie Heizkörper wälzen kontinuierlich die Raumluft um, so dass ständig Hausstaub in der Luft verteilt wird.
Wohlige Wärme im ganzen Haus
Unter dem Eindruck der Energiekrisen ist die Heizungstechnik in den letzten zwanzig Jahren enorm weiterentwickelt worden. Neue Brennertechnologien und Regelungstechniken sorgen für eine bessere Ausnutzung der Brennstoffe und verbesserte Isoliermaßnahmen ermöglichen es, Heizungseinrichtungen bei höherem Wirkungsgrad kleiner zu dimensionieren als früher. In einen Neubau eine zentrale Heizungsanlage einzubauen, ist heutzutage eine selbstverständliche Sache.
Als Bauherr sollten Sie darauf achten, eine dem neuesten Stand der Technik entsprechende Heizung zu kaufen.
Bei der Auswahl orientieren Sie sich am besten an den verfügbaren Brennstoffen: Ist Gas für Sie preiswert? Oder haben Sie die Möglichkeit, günstig Holz oder Kohle zu beziehen?
In steigendem Maße werden heutzutage neue Heiztechnologien wie Wärmepumpen und Solarkollektoren eingesetzt – meist in Kombination mit Fußboden-, Wand- und Deckenheizungen. Diese Flächenheizungen bieten viele Vorteile, z.B. eine gute Energieausnutzung, hohen Komfort und eine geringe Staubaufwirbelung, was besonders Allergiker zu schätzen wissen. Für all diese Anwendungen ist Kupfer der ideale Werkstoff.
Die Energieeinsparverordnung verlangt übrigens, die Zuleitungsrohre zu den Heizflächen mit geeigneten Dämmstoffen zu ummanteln. Der Wärmeverlust kann dadurch deutlich gesenkt werden.
Flächenheizungen – die klügere Alternative
Wärme vom Boden, Wärme aus der Wand: Flächenheizungen lassen sich auf verschieden Weise in das häusliche Heizsystem integrieren. Die unsichtbaren Wärmequellen garantieren neben einem körperlichen Wohlgefühl zudem noch weitere Vorteile, denn Flächenheizungen sind Niedertemperatursysteme, was sowohl für die Vorlauftemperatur als auch die Oberflächentemperatur gilt. Je nach Gebäude reicht eine Temperatur von 25 bis 28 Grad Celsius an der Oberfläche auch bei sehr frostigen Außentemperaturen.
Doch wenn Sie meinen, ein bodenbeheiztes Bad oder ein wandbeheizter Wohnbereich seien der Gipfel an Luxus und mit schlechtem Öko-Gewissen verbunden, dann können wir Sie beruhigen: Flächenheizungen sind nämlich ganz im Gegenteil eine Energie sparende Komponente eines Heizsystems in modernen Niedrigenergiehäusern.
Da die ganze Wand- oder Bodenfläche als Heizkörper fungiert, muss das durchlaufende Wasser nicht auf die typischen Heizkörpertemperaturen von ca. 65 Grad Celsius erhitzt werden. Rund 40 Grad warmes Wasser genügt vollkommen, um die zur Vollheizung nötige Oberbodentemperatur zu erreichen.
Übrigens können solche Temperaturen fast über das ganze Jahr sehr effizient von einer Solaranlage oder einer Wärmepumpe bereit gestellt werden!
Bei einer großflächigen Fußbodenheizung kann die Raumtemperatur sogar bis zu zwei Grad niedriger eingestellt werden, was rund zwölf Prozent Energie und somit Verbrauchskosten spart.
Der Verzicht auf die üblichen Raumheizkörper ermöglicht schließlich Architekten und Bauherren eine freizügige Raumgestaltung. Außerdem stehen für die Verwendung von Oberbelägen in Kombination mit einer Fußbodenheizung eine Vielzahl von geeigneten Produkten wie Teppichboden, Naturstein, Fliesen oder Parkett zur Verfügung.
Tipp: Mit der 2002 in Kraft getretenen Energiesparverordnung haben sich auch die Anforderungen an eine effiziente Heiztechnik geändert. Brennwertkessel und Wärmepumpen sowie Solaranlagen eignen sich für Verbesserungen in besonderer Weise. Neben der umweltgerechten und wirtschaftlichen Bereitstellung empfehlen sich deshalb Flächenheizungen, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen. Aus Kupfer werden zahlreiche System dieser Art angeboten. |
Fußbodenheizung
Wussten Sie eigentlich, dass man schon in der Antike die Fußbodenheizung kannte? Und sie funktionierte vor 2000 Jahren im Prinzip genauso wie heute. Doch während bei den Römern warmes Wasser noch durch tönerne Röhren floss, sind die Systeme inzwischen natürlich effektiver und weniger störungsanfällig.
Bei einer modernen Fußbodenheizung werden auf Trittschall- oder Wärmedämmung beispielsweise langlebige Kupferrohre in engen Schlangen verlegt. Die bei Kupfer kleinen Rohrdimensionen ermöglichen darüber hinaus eine geringe Estrichhöhe.
Da können auch Ihre Kinder im Winter Stunden lang auf dem Boden sitzen und spielen - ohne sich zu erkälten! Denn im Unterschied zur Beheizung durch Heizkörper, bei der die Wärme nach oben steigt und dann wieder nach unten fällt, verteilt sie sich bei Fußbodenheizungen durch die Strahlungswärme gleichmäßig.
Die vom Fußboden bis unter die Decke gleich temperierte Luft verhindert auch, dass Staub oder Allergene herumgewirbelt werden, sich Schwitzwasser oder Schimmelpilze bilden. Sogar Hausmilben wird auf dem trockenen Fußboden die Lebensgrundlage entzogen....
Doch denken Sie daran: beim Kostenvergleich mit den sonst üblichen Radiatoren kann die bei uns gebräuchlichste Art der Flächenheizung, die Warmwasserfußbodenheizung, auf den ersten Blick rund 20 bis 30 Prozent teurer sein. Aber auch hier werden oft Äpfel mit Birnen verglichen: meist enthält die Kalkulation der Fußbodenheizung Kosten, die üblicherweise anderen Gewerken zuzuordnen sind. Dazu zählen unter Umständen die Rohrinstallation, die Trittschall- bzw. Wärmedämmung und der Estrich.
Wandheizung
Für ein behagliches und gesundes Raumklima sorgen in den letzten Jahren auch immer öfter Wandheizungen. Auch hier wird durch die Strahlungswärme eine gleichmäßige Erwärmung erzeugt. Denn anders als der klassische Heizkörper unter dem Fenster erwärmt die Wandheizung nicht durch erhitzte zirkulierende Luft, sondern durch Infrarotstrahlung. Deshalb wird es mit einer Wandheizung auch deutlich schneller warm als mit anderen Heizmethoden.
Waren Wandheizung vor wenigen Jahren noch ein exotischer Wunsch eines Bauherren, gibt es heute verschiedenste Systeme. Inzwischen sind sogar vorgefertigte Heizelemente auf dem Markt, die unter Putz oder sogar wie große Bilderrahmen auf einer Wand angebracht werden können.
Wandheizungen sind jedoch nach wie vor wesentlich teurer als Heizkörper – allerdings lassen sich hier wie auch beim Einsatz von Fußbodenheizungen deutlich Energiekosten sparen. Also eine Überlegung, die sich durchaus lohnen könnte!
Lassen Sie sich auf jeden Fall von einem Fachmann beraten, wenn Sie sich für ein derartiges Heizsystem entscheiden.
TIPP: Wandheizungen kommen nur dann richtig zur Wirkung, wenn sie ihre Strahlung frei abgeben können. Offene Regale, Kommoden und Einzelschränke mit Möbelfüßen und mit rund drei Zentimeter Abstand vor die Wand gestellt, behindern den Wärmefluss kaum, eine Schrankwand in Deckenhöhe kann dagegen zu Leistungsminderungen bis zu 50 Prozent führen. Ein spontanes Umräumen der Einrichtung ist mit Wandheizungen also nicht gut möglich! Wer gerne Bilder aufhängt, und Angst vor Beschädigungen der eingebauten Heizrohre hat, kann vorbeugen: Die Heizrohre können so verlegt werden, dass Aussparungen für Bilder ausgespart bleiben. Das setzt allerdings konkrete Planungen voraus und erlaubt keine Veränderungen. Während der Montage können zudem die wände fotografiert werde sowie die Rohrabstände ausgemessen und notiert werden. Beim Einsatz von Kupferrohren lässt sich die Verlegung übrigens ganz einfach mit einem Metalldetektor lokalisieren! |
Eine besonderer Lösung ist natürlich die Kombination von Fußboden- und Wandheizung, die nicht nur einen höheren Wärmebedarf abdeckt, sondern durch ein Höchstmaß an Strahlungswärme die Ansprüche eines Bauherren an ein optimales Wohlbefinden erfüllt.
Eine solche einheitliche Lösung zeichnet sich insbesondre durch flexible Installationsmöglichkeiten aus. Sicherheit bietet dabei der Einsatz des gleichen Rohrtyps für beide Anwendungen beispielsweise mit Flächenheizungsrohren aus Kupfer.
Ein weiterer Vorteil: Die Heizsysteme lassen sich über einen einzigen Heizkreislauf betreiben, da sie mit der gleichen Vorlauftemperatur von einem gemeinsamen Verteiler versorgt werden können. Und das spart zusätzliches Geld!
Insgesamt sollten Sie natürlich besonders auf die Langlebigkeit und Qualität des eingesetzten Materials achten – auch bei konventionellen Systemen mit Heizkörpern. Dann muss höchstens einmal der Wärmeenergieerzeuger, z.B. der Heizkessel, ausgetauscht werden.
Bewährt haben sich hier Rohre aus Kupfer. Dabei spielt die dauerhaft 100prozentige Diffusionsdichte des Metalls eine wesentliche Rolle. Sie sorgt dafür, dass durch die Rohrwände kein Sauerstoff eindringt und in das Heizwasser gelangt. Denn an den Stahlteilen der Heizungsanlage, etwa dem Kessel, könnte das Gas sonst kostspielige Korrosionsschäden hervorrufen.
Außerdem sind Fußbodenheizungen aus Kupferrohren absolut verschlammungsfrei.
Und denken Sie daran: die Rohre sollten selbstverständlich wärmegedämmt sein, um Wärmeverluste zu vermeiden.
Energieeffizientes Heizen mit Kupfer
Wussten Sie eigentlich, das man mit Kupfer bares Geld sparen kann?
In Deutschland benötigen die privaten Haushalte rund 30 Prozent des Gesamtenergiebedarfes. Die Heizungsanlage verbraucht davon knapp Dreiviertel. Ungeregelte Heizungspumpen gelten hinter dem Elektroherd laut dem Pumpenhersteller Wilo als die Stromfresser Nummer Zwei innerhalb der heimischen vier Wände. Einigen Fachleuten zufolge sind aber 90 Prozent aller Pumpen, die in Deutschland installiert werden, entweder falsch eingestellt oder zu groß ausgelegt. Und das eingesetzte Rohrmaterial trägt nicht unerheblich dazu bei, unnötige Kosten zu verursachen und Energie zu verschwenden.
Rohrinstallationen aus Kupfer und Mehrschichtverbund-Material weisen erhebliche Unterschiede beim Wasserdruck und logischerweise deshalb auch bei der benötigten Pumpenleistung auf. Entgegen der Kunststoffvariante lässt sich eine Kupferrohrinstallation locker mit einem Volumenstrom von 500 Liter Wasser pro Stunde beschicken. Bei 150 Litern pro Stunde zeigt der Manometer im Kupfersystem eine Förderhöhe von 1,1 Meter an. Im Kunststoff-Rohrnetz hingegen steigt die Anzeige bei gleichem Volumenstrom auf 5,4 Meter, also fast fünf Mal so hoch. 40,4 Watt mehr Leistung benötigte die Heizkreispumpe (ausgelegt auf ein Ein- Zweifamilienhaus), um die gesamten 150 Liter Wasser durch die Mehrschichtverbundrohre und die dazwischen installierten Fittings zu jagen. Der Rohrquerschnitt in einem Formstück verringert sich bei Mehrschichtverbundrohren zum Teil um 50 Prozent. Eine Umwälzpumpe benötigt annähernd doppelt so viel Energie als bei Kupferrohren, um das Heizwasser durch das Leitungsnetz zu pressen. Der enorme Druckverlust bedeutet mehr Energiekosten und erheblich mehr CO2-Ausstoß.
Ressourcen schonen mit Kupfer
Auf solche Details bei der Ressourcenschonung hat bislang niemand so recht sein Augenmerk gelegt. Energieeinsparung steht bei den meisten Haustechnikern vor allem mit den Schlagworten Wärmeerzeugung und Wärmedämmung in einem engen Zusammenhang. Nicht aber mit Wärmeverteilung. Druckverluste in Rohrleitungssystemen entstehen, wenn Wasser sich beim Durchfließen an den Innenwänden der Rohre, Formstücke, Armaturen oder an anderen Bauteilen reibt. Es braucht die Kraft einer elektrisch betriebenen Umwälzpumpe, um das Wasser entgegen der Schwerkraft durch das Leitungsnetz hin zu den Heizkörpern zu pressen. Verringert sich der Rohr- und Fittingquerschnitt, steigt der Widerstand im System. Die Pumpe muss mehr arbeiten, benötigt mehr Energie, um den Wassertransport zu den Wärmeübergabestationen (Heizkörper, Fußbodenheizung etc.) sicherzustellen. Dass der verengte Querschnitt der Kunststofffittings einem Pumpen-Heizsystem genau diese energetische Zusatzleistung abverlangt, ist den wenigsten bekannt. Alle reden immer von Energieverschwendung, das Problem von höheren Strömungswiderständen in Rohrnetzen bedingt durch verengte Fittings für Rohre aus Mehrschichtverbund-Material interessiert seltsamerweise kaum jemanden. Und dabei müsse man ein Kupferrohr sogar platt schlagen, um eine ähnliche Flächenverkleinerung zu erwirken.
Rund 40 Prozent mehr Energie muss eine Pumpe in einem Zweifamilienhaus leisten, wenn der Hausbesitzer seine Heizkörper oder Fußbodenheizung über ein Mehrschichtverbund-Rohrnetz beschicken lässt. 40 Prozent mehr Energie, das entspricht im fiktiven Fallbeispiel einer Zusatzleistung von 188 kWh im Jahr. In Deutschland wurden vor 1986 rund 17 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser erbaut. Wenn man in den letzten zehn Jahren nur in 1,5 Mio. davon die Heizungsanlagen nicht mit Mehrschichtverbund-, sondern Kupferrohr renoviert hätte, könnte durch die Energieeinsparung ein Atomkraftwerk, wie das in Brunsbüttel, jährlich für ca. 400 Stunden abgeschaltet werden. Außerdem würde man einen CO2-Ausstoß von 17.400 Tonnen vermeiden. Ein Smart fortwo CDI müsse in diesem Beispiel schon 460 Mal die Erde umrunden, um die gleiche Menge an CO2 auszustoßen.

Fallbeispiel für ein fiktives Zweifamilienhaus: Mehr Leistung erfordert über 40 Prozent mehr Energie und hebt deutlich die Kosten für Anschaffung und Betrieb einer Umwälzpumpe.